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Diabetes Wissen

8 regelmäßige Diabetes Untersuchungen für Menschen mit Typ-2 Diabetes

2.2.2020 von Michèle Theißen

8 regelmäßige Diabetes Untersuchungen für Menschen mit Typ-2 Diabetes

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Dank unseres guten Gesundheitssystems sind eine Reihe von regelmäßigen Untersuchungen für Menschen mit Diabetes vorgesehen. Um den Überblick nich zu verlieren, haben wir die wichtigsten Untersuchungen zusammengefasst.

Und wozu diese ganzen regelmäßigen Diabetes Untersuchungen? Na ganz klar: Damit du dich auch in den nächsten Jahren so fit und gesund fühlst wie heute. Und sollte doch mal etwas auffällig sein bei einer Untersuchung, so hat man die Chance Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Da wir Menschen ja keine Maschinen sind und es in dem Sinne kein Ersatzteillager gibt , müssen wir besonders gut für uns und unseren Körper sorgen. Euer Auto muss ja auch in regelmäßigen Abständen zum TÜV. Und so wie es auch für das Auto ein TÜV-Checkheft gibt, so gibt es auch den “Gesundheitspass Diabetes” für dich. Dein Arzt kann dir einen solchen ausstellen, sodass auch du einen guten Überblick über deine Untersuchungen behälst. Was beim Auto gesetzlich verankert ist, liegt gesundheitstechnisch in deiner Hand. Also Termine ausmachen, durchchecken lassen und dein Monster und du könnt beruhigt schlafen. 

Manche Überprüfungen wie zum Beispiel das Blutzuckermessen oder das Gewicht kannst du selbst durchführen, andere erfordern den Gang zum Arzt: 

1. HbA1c Kontrolle – das Langzeitgedächtnis


Der HbA1c ist unser sogenannter Langzeitzucker. Das “HB” in HbA1c steht für das Hämoglobin unserem roten Blutfarbstoff und  dieser geht gern mit den Zuckerwerten im Blut eine Verbindung ein. Diese Verzuckerung kann dann im Labor gemessen werden und wird mit einem Prozentwert (z.B. 7%) ausgedrückt. Also eigentlich ist er eine Art Durchschnittszucker unserer letzten 8-12 Wochen. 

Er kann uns nicht sagen, ob wir einen stabilen Zuckerverlauf hatten oder ob es viele Über- und Unterzuckerungen gab. Es ist nur ein Mittelwert unserer Zuckerwerte. Je höher die Blutzuckerwerte sind und je länger sie erhöht bleiben, desto höher fällt der HbA1c aus. Es lohnt sich mit dem HbA1c im Zielbereich zu bleiben, da man aus vielen großen Studien weiß, dass mit steigendem HbA1c Wert das Risiko für Folgeerkrankungen auch steigt.

Zielbereich: 6,5-7,5% (wird individuell vereinbart)
Häufigkeit: alle 3 Monate in der Arztpraxis


Tipp: Wenn du 7 Tage lang mindestens 3 x täglich deinen Blutzuckerwert misst, berechnen wir dir einen HbA1c Wert direkt in der mySugr App. Bitte beachte jedoch, dass es sich hier um einen geschätzten Wert basierend auf deinen geloggten Blutzuckerwerten handelt. Der kann natürlich ein klein wenig von deinem “echten” im Labor bestimmten HbA1c abweichen aber gibt dir zumindest eine Tendenz an wie es deinem Monster gerade so geht.

HbA1c Umrechnungs Tabelle

2. Blutdruck Kontrolle 

Diabetes Typ-2 und Bluthochdruck sind leider Kameraden und treten oft gemeinsam auf, daher sollte auch der Blutdruck (dafür gibt es übrigens auch ein extra Feld in der mySugr Tagebuch App) regelmäßig überprüft werden . Die beiden haben auch noch gemeinsam die Tücke, dass es oft nicht gespürt wird, wenn sie zu hoch sind. Und in gemeinsamer Sachen setzen sie leider ziemlich unseren Blutgefäßen zu. Also merke: Neben dem Zucker ist auch der Blutdruck ein besonders wichtiger Wert, den man im Blick halten sollte!


Zielbereich: unter 140/90 mmHg
Häufigkeit: alle 3 Monate in der Arztpraxis
 

Tipp: Wenn du schon weißt, dass du Bluthochdruck hast, kannst du deinen Arzt auch nach einer Verordnung für ein Blutdruckmessgerät fragen und nach Vereinbarung öfters messen. 

3. Kontrolle der Blutfette

Einmal pro Jahr sollten im Blut auch die Blutfettwerte, vor allem das Cholesterin (LDL und HDL) und die Triglyzeride bestimmt werden. Auch die sind häufig bei Diabetes mellitus Typ-2 aus dem Gleichgewicht. Das “gute” HDL, das uns die Gefäße frei hält ist meist erniedrigt und die ungünstige Cholesterin-Komponente LDL, die zu einer Gefäßverengung mit beiträgt, erhöht.

Zielbereich:

- HDL (?): Frau über 50 mg/dl / Mann über 40 mg/dl
- LDL (?): unter 100 mg/dl , unter 70 mg/dl bei erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Triglyceride (Fett im Blut): nüchtern unter 150 mg/dl
 

Häufigkeit: 1x jährliche Blutabnahme

4. Kontrolle der Augen

Augenkomplikationen entwickeln sich meist sehr schleichend, anfangs zumeist ohne erkennbare Symptome oder Sehbeeinträchtigungen. Sind die Blutzuckerwerte dauerhaft erhöht, können Veränderungen an den Gefäßen auftreten. Das betrifft auch die winzigen kleinen Blutgefäße der Netzhaut und es besteht die Gefahr einer Augenhintergrunds- veränderung, auch Diabetische Retinopathie genannt. 


Häufigkeit: Bei gesunden Augen reicht die Vorsorgeuntersuchung alle 2 Jahre. Bei bereits bestehenden Retinopathie min. 1 x jährlich.
Falls engere Intervalle nötig sind, wird dir das der Augenarzt mitteilen. 


Tipp: Kümmere dich rechtzeitig um den Augenarzttermin, es gibt oftmals Wartezeiten von bis zu 3 Monaten. Nimm zum Untersuchungstag Zeit und bei sonnigen Wetter eine Sonnenbrille mit, da deine Pupillen weitgetropft werden und du im Nachhinein leicht geblendet bist. Und lasse dir immer einen Befundbericht ausstellen. 

5. Untersuchung der Nieren


Auch die feinen Blutgefäße mit dem ausgefeilten Filtersystem in unserer Niere können unter langfristig erhöhten Zuckerwerten leiden. Hierzu wird im Urin der Gehalt an Mikroalbumin untersucht. Mikroalbumin sind ganz kleine Eiweißteilchen, die bei Schädigung der Nierenfilter durch die Poren rutschen. 

Sie können ein Frühwarnsystem für eine beginnende Nierenerkrankung sein. Außerdem kann bei einer Blutabnahme der Kreatinin Wert und die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) bestimmt werden. Diese beiden Werte sagen auch etwas über die noch vorhandene Filterleistung der Niere aus.


Zielbereich:

- Urin-Albuminausscheidung: unter 30 mg/g
- Kreatinin im Blut: Frauen: unter 0,9 mg/dl /  Männer: unter 1,1 mg/dl
- GFR : über 90 ml/min x 1,73 m² 


Häufigkeit: mind. 1x jährlich, bei erhöhten Werten eine erneute Bestimmung in 3- monatigen Abständen

6. Regelmäßige Untersuchung der Füße

Hierbei untersucht dein Arzt oder dein Diabetesberater deine Fußpulse um die Durchblutung der Füße zu prüfen. Des weiteren wird eine Überprüfung der Berührungs,- Temperatur, - Druck- und Schmerzempfindlichkeit an den Füßen mit Hilfe einer Stimmgabel und eines feinen Nylonfadens durchgeführt. Keine Sorge, das ist absolut schmerzfrei und wird im schlimmsten Fall kitzeln. ? 


Zielbereich: Vibration: über 30 Jahre über 5/8 am Mittelfußknochen
Häufigkeit: 1x jährlich

7. Untersuchung der Injektionsstellen (bei Insulintherapie)

Diese Untersuchung kannst du selber machen aber auch dein Diabetesteam sollte sich regelmäßig deine Injektionsstellen ansehen. Wenn man zu lange immer die gleiche Nadel und die gleichen Injektionsstellen nutzt, kann es zu Verhärtungen und unsymmetrischen Erhebungen kommen. Diese sind nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern können auch dazu führen, dass die benötigte Insulinmenge variiert. 

Die Vermehrung des Fettgewebes an häufig verwendeten Einstichstellen, stört die Aufnahme von Insulin in den Körper. So kann es zu unklaren Über- aber auch Unterzuckerungen und einem erhöhten Insulinbedarf kommen.

Häufigkeit: mind. 2 x jährlich

8. Regelmäßige Zahnuntersuchung


Jawohl auch hier gibt es eine Verbindung. Verglichen mit Gesunden haben Menschen mit Diabetes ein 3-fach erhöhtes Risiko für eine Zahnfleischentzündung. Je höher die Zuckerwerte, desto eher neigen wir zu Zahnfleischentzündungen und im schlimmsten Fall zu Zahnverlust. Und umgekehrt  steigt durch die Entzündung am Zahnfleisch und die Bakterien, die ins Blut übergehen unser Insulinbedarf und damit auch die Zuckerwerte. Eine Behandlung der Zahnfleischentzündung kann den HbA1c um bis zu 0,5% verbessern.

Häufigkeit: 2x jährlich Kontrolluntersuchung, bei Auffälligkeiten öfters

 

Dieser Artikel wurde im Februar 2020 überarbeitet.

Michèle Theißen

Michèle Theißen ist unsere Head of Diabetes Coaching und arbeitet seit 2017 begeistert im Monstertamer-Team von mySugr mit. Sie ist staatlich examinierte Diätassistentin und Diabetesberaterin (DDG).
Und weil für sie lebenslanges Lernen nie aufhört, studiert sie aktuell nebenberuflich noch Health Care Management an der WU Executive Academy in Wien. 
Ihre Berufung hat Michèle schon früh in der Diabetologie gefunden und hat über viele Jahre Menschen mit Diabetes mit allen Therapieformen unterstützt und begleitet, bevor sie bei mySugr das Online-Coaching-Department mitaufgebaut hat. Redaktionelle Erfahrung sammelte sie davor durch eine Mitarbeit beim Burda-Verlag.
Man kann sie unter anderem im Zuckerjunkies-Podcast zum mySugr-Coaching-Projekt hören.
Als Ausgleich zur Arbeit liebt Michèle es zu kochen und an der frischen Luft sportlich aktiv zu sein.

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