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Diabetes Wissen

Eine Woche Blutzuckermessen ohne Diabetes - meine Learnings

28.1.2020 von Marie Kaiser

Eine Woche Blutzuckermessen ohne Diabetes - meine Learnings

Letzte Woche haben wir bei uns im Brand & Marketing Department eine Challenge gestartet. Für eine Woche haben die unter uns, die mit einer vollständig funktionierenden Bauchspeicheldrüse leben, regelmäßig ihren Blutzucker gemessen und Kohlenhydrate gezählt.

Aber warum das Ganze?

Bei mySugr zu arbeiten bedeutet gewissermaßen ständig von Diabetes umgeben zu sein. Auch in unserem Department arbeiten ein paar Leute, die mit Typ-1-Diabetes leben. Deshalb ist es nicht besonders ungewöhnlich, zu beobachten, wie sich jemand in den Finger sticht, um seinen Blutzucker zu messen oder zuzuhören, wenn sich über seine Blutzuckerwerte ausgetauscht wird, man sich bei den Kohlenhydraten mal wieder verschätzt hat oder wie fies die letzte Hypo wieder war. 

Mit dieser Challenge wollten wir einen Schritt weitergehen und versuchen, uns ein Stück weit in die Lage derer zu versetzen, die unser Produkt benutzen. Wir wollten Bewusstsein dafür schaffen, was das alltägliche Leben mit Diabetes eigentlich bedeutet. 

Auch wenn wir durch die Challenge natürlich nur einen kleinen Part davon miterleben konnten. Denn uns ist durchaus bewusst, Diabetes zu haben bedeutet weitaus mehr als sich in den Finger zu stechen oder Kohlenhydrate zu schätzen. Mit unserer Challenge war es uns einfach wichtig, einmal die Perspektive zu wechseln, um die Dinge mit anderen Augen zu sehen. Quasi aus der Sicht einer Person mit Diabetes.

Los geht’s!

Also starteten wir, ausgestattet mit unserem eigenen Blutzuckermessgerät, Teststreifen, Lanzetten und natürlich der mySugr App auf unserem Handy, in die Woche. 

Das Einrichten der App und das Verbinden des Blutzuckermessgeräts war für die meisten noch kein Problem. Als es dann daran ging, sich das erste Mal selbst in den Finger zu stechen, kamen allerdings schon die ersten Schwierigkeiten auf. 

Welche Stelle eignet sich am besten? Wie stelle ich die Stechhilfe für mich ein? Warum kommt nur so ein kleiner Tropfen Blut aus meinem Finger? 

Mit ein bisschen Hilfe von unseren Kollegen, die mit Diabetes leben, bekamen wir es dann schließlich hin und konnten unsere ersten Einträge in der App loggen. (Das funktioniert übrigens ganz automatisch, wenn man zum Beispiel das Accu Chek Guide Blutzucker Messgerät mit der App synchronisiert.)

Fingerstechen zum Blutzuckermessen

Blutzuckermessgeräte als ständige Begleiter

Von dort an begleitete uns unser kleines Set mit dem Equipment zum Blutzuckermessen durch die nächsten Tage. 

Vor dem Essen, nach dem Sport, in Meetings - wir haben versucht, den Blutzucker in den verschiedensten Situationen zu checken und zu beobachten, wie er sich verhält (und wie sich unser Umfeld verhält). Und dabei immer im Hinterkopf gehabt, dass das, was wir gerade aus Interesse beobachten, für euch Monsterzähmer mit Diabetes eine lebensnotwendige Routine ist.

Während ich quasi beobachten konnte, wie meine Bauchspeicheldrüse den Job des Blutzuckerregulierens übernimmt, ist mir erneut bewusst geworden, dass das nicht für jeden selbstverständlich ist und einiges an Arbeit erfordert, wenn man das selbst übernehmen muss. 

Oh, ein Stück Kuchen!

Ab und an mussten wir uns gegenseitig daran erinnern, den Blutzucker zu checken. Zum Beispiel, wenn jemand Kuchen mitgebracht hat und wir uns freudig darauf stürzen wollten - Moment, erst Blutzucker checken und Kohlenhydrate schätzen! Wenn wir Glück haben, ist dann noch ein Stück für uns übrig… 

Solche Momente haben mir besonders die Augen geöffnet, dass es so einiger zusätzlicher Entscheidungen Bedarf. Ein kurzer Snack zwischendurch ist für Menschen, die mit Diabetes leben, einfach mit etwas mehr Nachdenken verbunden (- und mit Glück, denn so ein Kuchen ist hier unter uns hungrigen Monsterzähmern schneller weg als man checken und rechnen kann).

Ratlosigkeit vor gefüllten Tellern

Auch während der Mittagspause, wenn wir mit anderen Teamkollegen am Tisch zusammensaßen, wurde mir ein weiteres Mal bewusst, dass Diabetes einfach Zeit in Anspruch nimmt

Während um mich herum alle schon anfingen zu essen, war ich noch damit beschäftigt, meinen Blutzucker zu messen, zu checken, wie viele Kohlenhydrate wohl in meinem Essen sein könnten und das Ganze in der App zu loggen. 

Teils völlig ratlos saßen wir vor unserem Teller und versuchten einzuschätzen, wie viel Gramm Reis darauf sind und wie viele Kohlenhydrate überhaupt in Paprika enthalten sind. Auch wenn solche Sachen vermutlich nach einiger Zeit deutlich automatisierter und schneller ablaufen, bleibt es Zeit, die mit dem Diabetes-Monster verbracht wird. 

Respekt an euch Monsterzähmer!

Am Ende der Woche war es Zeit für uns, unsere Sets zum Blutzuckermessen zur Seite zu legen. Für uns war das natürlich eine interessante Woche, aber für euch, die mit Diabetes leben, ist es Teil eures alltäglichen Lebens. Ihr könnt eure Messgeräte eben nicht einfach zur Seite legen, weil ihr keine Lust mehr habt oder es gerade nicht in euren Zeitplan passt. Und dafür, dass ihr jeden Tag und jede Minute euer Diabetes-Monster zähmt, habt ihr euch wirklich allen Respekt verdient! 

Diese Woche hat mir dabei geholfen zu verstehen, womit ihr euch tagtäglich beschäftigen müsst. Und das war sicher nur ein kleiner Teil von dem, was es heißt mit Diabetes zu leben! Natürlich haben wir diese Challenge mit einer funktionierenden Bauchspeicheldrüse gemacht und deshalb können wir auch nur eine Ahnung davon bekommen, wie es wirklich ist, mit Diabetes zu leben. 

Trotzdem war es für mich eine sehr bereichernde Erfahrung, die uns definitiv noch näher zu unserem Produkt und euch Monsterzähmern da draußen gebracht hat. Eine Woche lang die Perspektive zu wechseln hat mir definitiv gezeigt, wie viel Nerven, Zeit und Aufwand das Leben mit Diabetes manchmal bedeuten kann - umso mehr Motivation für uns zu versuchen, es ein bisschen einfacher zu machen!

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Marie Kaiser

Marie ist seit Mai 2019 Teil des Brand & Marketing Teams bei mySugr. Nach ihrem Bachelor in Medienwissenschaften und Mode-Textil-Design-Studien zog sie aus Nordrhein-Westfalen in Deutschland nach Wien, um die Mission, das Leben mit Diabetes einfacher zu machen, zu unterstützen. 

Sie begeistert sich für alles, was mit Sprachen und Wörtern zu tun hat, und schreibt unter anderem auch für den Blog, z.B. über Diabetes und mentale Gesundheit.

Nach der Arbeit legt sie den Stift nur selten zur Seite und zeichnet oder schreibt auch in ihrer Freizeit, am liebsten in der Natur. 

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