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Diabetes Wissen

6 wichtige Funktionen von Insulinpumpen

9.3.2020 von Ilka Gdanietz

6 wichtige Funktionen von Insulinpumpen

Insulinpumpen helfen dabei, den Therapiealltag zu vereinfachen und bieten dafür jede Menge Funktionen, um das Diabetesmonster in Zaum zu halten. Nicht alle Funktionen einer Insulinpumpe sind für jeden gleich wichtig, und einige vielleicht sogar bisher völlig ungenutzt oder unbeachtet?

Hier ein kleiner Überblick, wie euch die verschiedenen Funktionen der Insulinpumpe im Alltag unterstützen können...

Die Funktionen einer Insulinpumpe – welche sind mir wichtig?

Wie so oft im Leben zählen neben der Optik vor allem auch die inneren Werte. 

Bei den Insulinpumpen sind damit die Features und Funktionen gemeint.

Davon gibt es einige und du solltest wissen, welche Funktionen für dich und deine Therapie wichtig sind und welche eher eine untergeordnete Rolle spielen.

Ich persönlich habe zum Beispiel in den ersten Jahren meiner Insulinpumpe Karriere den verzögerten Bolus total ignoriert, heute hingegen weiß ich ihn sehr zu schätzen.

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6 Insulinpumpen Funktionen, die du kennen solltest

1. Basalraten Profile

Die Funktion der Basalraten Profile bietet die Möglichkeit verschiedene Basalraten in der Pumpe zu hinterlegen. Dies kann zum Beispiel sinnvoll sein, um die Basalrate an unterschiedliche Lebensumstände anzupassen. 

Wer zum Beispiel unter der Woche eine andere Basalrate verwenden möchte als am Wochenende oder im Schichtdienst arbeitet (btw. deine Schichtarbeit kannst du in der mySugr App mit dem entsprechenden Tag markieren), kann sich für jedes Szenario eine entsprechende Basalrate hinterlegen, und diese dann bei Bedarf jederzeit abrufen, ohne sie jedes mal neu eingeben zu müssen. Weitere Szenarien wären zum Beispiel Sport, Krankheit, Zyklus… you name it. 

Die Anzahl der speicherbaren Basalprofile variiert von Pumpe zu Pumpe.

2. Temporäre Basalrate

Oft ist es nützlich, die programmierte Basalrate für einen definierten Zeitraum um x Prozent erhöhen oder verringern zu können. Möchtest du spontan Sport machen und aus diesem Grund lieber mit einem höheren Blutzuckerwert ins Training starten, könntest du mithilfe einer temporären Basalrate die Insulinzufuhr rechtzeitig vor dem Training reduzieren. 

Nach Ablauf der definierten Dauer der temporären Basalrate, kehrt deine Pumpe dann wieder zur programmierten Basalrate zurück. Nebenbei sei bemerkt, dass dies ein Riesenvorteil gegenüber der ICT ist. Denn unter einer ICT müsstest du dein Sport Vorhaben mitunter schon am Vorabend bei der Dosierung deines Basalinsulins mitberücksichtigen.

3. Bolus Optionen

Sie kommen immer dann zum Zuge, wenn ein Mahlzeiten Bolus (also das Insulin welches du zur Abdeckung von Kohlenhydraten benötigst) nicht in einem Rutsch, sondern zeitlich verzögert oder in zwei Teilen abgegeben werden soll. 

Das macht immer dann Sinn, wenn die Insulindosis an den glykämischen Index der Mahlzeit angepasst werden muss. Sprich, ob du zum Beispiel eine Mahlzeit mit sehr schnell wirkenden Kohlenhydrate isst, oder etwas, was sehr langsam ins Blut übergeht. Sieh hierzu auch unseren Blogartikel zum Thema Fett und Protein Einheiten.

Hier bieten die Pumpen mehrere Optionen an mit klingenden Namen wie Verzögerter Bolus, Split Bolus, Square Bolus, Multiwave Bolus.

Hinter all diesen Namen verbergen sich letztendlich unterschiedliche Methoden der Bolusabgabe.

Hast du diese einmal verstanden und gelernt, wie man sie einsetzt, werden potenzielle Angstgegner wie die Pizza beim Lieblingsitaliener oder das all you can eat Buffet beim Mongolen dir nur noch ein müdes Lächeln abverlangen.

4. Insulin on Board Anzeige (iOB)

Zu wissen, wie viel Insulin noch wirkt, ist eine wichtige Information für weitere Therapieentscheidungen. Ob du einen hohen Blutzuckerwert nach einer Mahlzeit (die postprandiale Glukose) schon korrigieren solltest oder lieber noch etwas damit warten solltest, verrät dir die Insulin on Board (IOB) Anzeige.

Sie gibt dir, abhängig von der konfigurierten Insulin Wirkdauer, einen Überblick darüber, wie viel Insulin sich noch im Kreislauf befindet und ermöglicht dir eine zu frühe Korrektur oder Insulin Stacking zu verhindern. Also um zu vermeiden, dass sich Boli überschneiden und im schlimmsten Fall zu einer saftigen Unterzuckerung führen.

5. Bolusrechner / Insulinrechner

Ein weiteres nützliches Feature ist der Bolusrechner oder auch Insulinrechner. Er hilft dir bei der Berechnung deiner Insulindosis unter Einbeziehung von aktiven Kohlenhydraten, Insulin on Bord (IOB) und der Wirkdauer des Insulins. 

Es ist gut zu verstehen, wie der Bolusrechner denkt bzw. rechnet. Denn je nach Hersteller legen Bolusrechner unterschiedliche Rechenmodelle zugrunde. Dies kann zum Beispiel die Behandlung von IOB oder der Wirkdauer beeinflussen.

Btw.: in der mySugr App ist ein unabhängiger Insulinrecher integriert. Mehr Infos zu den Settings findest du hier in diesem Artikel.

6. Hypo (Vor) Abschaltung

Stell dir vor, du steuerst auf eine Hypoglykämie (Unterzuckerung) zu und deine Pumpe merkt das und schaltet die Insulinabgabe zum richtigen Zeitpunkt ab. Genau das macht die Hypo Abschaltung. 

Eine weitere Ausbaustufe ist die Hypo Vorabschaltung. Hier wird dafür gesorgt, dass die Insulinzufuhr nicht erst unterbrochen wird, wenn die Hypo schon in vollem Gange ist, sondern ausreichend vorher. 

Es wird also versucht, die sich anbahnende Hypo, durch Reduzierung oder Abschaltung der Basalrate zu verhindern. Das funktioniert natürlich nur in gewissen Grenzen. Ist beispielsweise wegen eines zu hohen Bolus viel zu viel Insulin on Board, kann auch die beste Abschaltung eine Hypo nicht verhindern. Logisch, denn eine Insulinpumpe kann zwar Insulin in den Körper pumpen, aber eben nicht aus dem Körper heraus.

Diese Funktion setzt voraus, dass die Insulinpumpe eine CGM (Continuous Glucose Monitoring) Integration bietet. Denn schließlich muss die Pumpe ja wissen, wie es aktuell um deinen Blutzucker bzw. Gewebezucker bestellt ist und in welche Richtung die Reise geht.

Illustration einer Insulinpumpe

Katheter und Co

Dieser Punkt gehört eher in die Kategorie Zubehör statt Funktionen, ist aber dennoch nicht zu unterschätzen. 

Alle Insulinpumpen haben eins gemeinsam. Sie geben über ein Infusionsset bestehend aus Schlauch und Katheter Insulin in das Unterhautfettgewebe ab.

Auch hier gibt es einiges zu beachten. 

Wie lang oder kurz muss der Schlauch sein, damit er mich nicht einschränkt? Was ist die optimale Länge der Nadel des Katheters? Bevorzuge ich Katheter mit Stahlnadeln oder Teflon? Komme ich mit Nadeln, die in einem Winkel unter die Haut gesetzt werden besser klar als mit Nadeln die im 90 Grad Winkel gesetzt werden? 

Vertrage ich die Pflaster, mit denen die Katheter auf der Haut fixiert werden, oder habe ich eventuell Allergien gegen bestimmte Pflaster?

All das sind Fragen, die man mit seinem Diabetes Team klären sollte. Im Zweifelsfall hilft Ausprobieren. Die Auswahl und Menge an Kombinationen ist recht groß, sodass sich jeder seinen individuellen „Therapie Werkzeugkasten“ zusammenstellen kann.

Zusammenfassung

Sich mit den verschiedenen Funktionen seiner Insulinpumpe intensiver zu beschäftigen macht durchaus Sinn, denn Insulinpumpen sind dazu ausgelegt mehr zu leisten, als einfach nur die Basalrate kontinuierlich laufen zu lassen. 

Verschiedene Boli Arten und ein schnelles Ändern der Basalrate können verschiedene Situationen im Alltag immens vereinfachen und vor ungewollt hohen oder niedrigen Blutzuckerwerten bewahren. 

Bei dir läuft mit deiner Insulinpumpe alles optimal? Auch gut. Never touch a running system! 

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Ilka Gdanietz

Langzeit-Diabetikerin und Nutella-Freund. Ilka ist bei mySugr für Global Content & Customer Communication zuständig und privat unter www.mein-diabetes-blog.com zu lesen.