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Alltag mit Diabetes

Diabetes und Zahnpflege - das solltest du wissen

6.11.2015 von Ilka Gdanietz

Diabetes und Zahnpflege - das solltest du wissen

Besuche beim Zahnarzt gehören sicher nicht zu deinen Lieblingsbeschäftigungen. Verständlich. Zu meinen auch nicht. Hämmern, bohren, sägen, klopfen. Und der Geruch in erst in einer Zahnarztpraxis. Aber Zahnarztbesuche sind wichtig, denn Diabetes kann Einfluss auf Zähne, Zahnfleisch und Zahnbett haben.

Wenn das Diabetes-Monster mit den Zähnen klappert

Wusstest du, dass erste Symptome einer Diabetes-Erkrankung oft zuerst in Form von Komplikationen und Veränderungen in der Mundhöhle bemerkt werden? Eine ordentliche Zahnpflege und Mundhygiene, sowie regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt sind zwar für alle wichtig, für uns Diabetiker aber noch ein Stückchen mehr. Denn Diabetiker haben bei schlecht eingestelltem Blutzucker z.B. ein mehrfach erhöhtes Risiko an Paradontitis zu erkranken.

Parodon...was?

Komisches Wort, hm? Eine Parodontitis, das ist eine Entzündung die das Zahnbett betrifft, entsteht klammheimlich und schleichend und wird anfangs kaum bemerkt. Meist leider erst dann, wenn sie schon fortgeschritten ist. Und im schlimmsten Fall erst dann, wenn die Beißerchen bereits ins Wanken geraten, denn eine Paradontits zerstört den Zahnhalteapparat. Der wird übrigens Praradont genannt. Parodontitis ist die Hauptursache für Zahnverlust. Zahnfleischbluten, Mundgeruch oder Zahnfleischrückgang sind erste Anzeichen. Nein, keine Bange. Wenn du Diabetes hast, dann heißt das nicht dass dir automatisch irgendwann alle Zähne aus der Kauleiste klimpern. Es gibt einfach ein paar Dinge zu beachten, dazu später mehr.
Diabetes und Zahnpflege

Parodontitis und Diabetes können einander nicht leiden

Und sie beeinflussen sich gegenseitig. Wir wissen:
  1. Entzündungen erschweren die Blutzuckerkontrolle
  2. Erhöhte Blutzuckerwerte lassen Entzündungen und Infektionen schwerer heilen
Parodontitis verschlechtert die Einstellung des Blutzuckerspiegels, und Schuld daran sind kleine fiese Bakterien. Die kleinen Biester können ziemlich gemeingefährlich sein, denn durch kleinste wunde Stellen im Mundraum dringen sie in den Blutkreislauf ein, und dein Körper reagiert darauf mit einer Entzündung. Entzündungen bedeuten Party im System und Stress für den Körper. Stresshormone und Blutzucker sind bekanntlich keine Freunde. Der Blutzucker steigt. Die Blutzuckereinstellung wird erschwert. Das Diabetes-Monster lacht sich ins Fäustchen. Umgekehrt begünstigt eine schlechte Blutzuckereinstellung die Entstehung von Paradontitis. Es ist wirklich zum Mäusemelken, ein Teufelskreis. Erhöhte Blutzuckerwerte können auf lange Sicht Einfluß auf die Durchblutung der Gefäße haben, die dann in ihrer Funktion gestört werden. Dadurch wird das Gewebe nicht mehr genügend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Das betrifft auch das Zahnfleisch. Bakterien haben nun leichtes Spiel, breiten sich nach Lust und Laune aus und können eine Parodontits fördern.

Karies und Baktus lieben Diabetiker-Zähne

Hohe Blutzuckerwerte bringen ein paar unangenehme Begleiterscheinungen mit sich. Du kennst sicher dieses trockene Gefühl im Mund, als hättest du einen Schwamm in den Backen, der auch nur jeden kleinsten Tropfen Speichel einfach aufsaugt, denn hohe Blutzuckerwerte vermindern den Speichelfluss. Der Speichel hat natürlich seinen Sinn und Zweck, er ist antibakteriell und enthält Salze die für eine ständige Reparatur der Zähne sorgen. Kein Speichel, freie Bahn für Karies und Baktus auf den Zahnschmelz. Attacke.
Karies

Diabetes und Zahnpflege -  was kann ich tun?

Nun, zunächst einmal sollte jeder Diabetiker, ganz unabhängig von den Zähnen, versuchen den Blutzucker möglichst im Normal- oder seinem persönlichen Zielbereich zu halten. Ok, das ist an dieser Mission wohl eindeutig der schwierigste Part. Denn was die Zähne betrifft, grundsätzlich gelten für uns Diabetiker die gleichen Regeln in Sachen Zahn-und Mundpflege wie für alle anderen auch. Und diese Regeln zu befolgen ist wirklich kein großes Ding. Wenn du also auch morgen noch mit all deinen Zähnen kraftvoll dem Diabetes-Monster in den Hintern beißen willst, dann lohnt es sich folgendes in Sachen Diabetes und Zahnpflege zu tun:
  • Zahnärztliche Kontrolle mindestens 2x pro Jahr
  • Mindestens 2x pro Tag die Zähne mit einer fluoridhaltigen Zahncreme putzen
  • Spülen mit fluoridhaltiger Mundspülung
  • Professionelle Zahnreinigung 2x pro Jahr
  • Tägliche Zungenreinigung (mit einem speziellen Zungenschaber)
  • Tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide (oder speziellen Bürsten)
Komm, das klingt jetzt nicht wirklich schwierig, oder? Eine blitzblanke und gesunde Kauleiste tragen zum Wohlbefinden und gutem Aussehen bei. Vernachlässige sie also nicht. Zähne sind außerdem eine teure Angelgenheit, was ich aus eigener Erfahrung berichten kann. Von daher macht es auch Sinn sich Gedanken über eine Zahnzusatzversicherung zu machen. Also, nicht vergessen. Zahnpflege ist ein großes Teil im Diabetes-Management Puzzle. Ran an die Bürste.

Ilka Gdanietz

Langzeit-Diabetikerin und Nutella-Freund. Ilka ist bei mySugr für Global Content & Customer Communication zuständig und privat unter www.mein-diabetes-blog.com zu lesen.