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Diabetes Wissen

Was ist der Morgengupf und wer braucht ihn?

12.1.2017 von Ilka Gdanietz

Was ist der Morgengupf und wer braucht ihn?

Der Wecker klingelt, der Blutzucker ist optimal, unter die Dusche, fertig machen für die Arbeit, noch schnell ein Blutzucker-Check und: BOOM. Der Blutzucker scheint hoch hinaus zu wollen. Aber warum? Blöde Sache.

Besonders dann, wenn der Grund dafür völlig unklar ist, man zum Beispiel noch nicht einmal etwas gegessen hat, und auch die anderen üblichen Verdächtigen, wie ein verstopfter Katheter oder gar verdorbenes Insulin, ausschließen kann. Viele Diabetiker berichten von extremen Blutzuckeranstiegen nach dem Aufstehen, ohne überhaupt einen ersten Bissen vom Brötchen gegessen, oder den Kaffee ausgetrunken zu haben.

Schon mal vom Morgengupf gehört?

Klingt irgendwie lustig, oder? Fast wie etwas Essbares. Liegt wahrscheinlich an gewisser Ähnlichkeit zum Wort Gugelhupf. Als Morgengupf (Gupf = Gipfel) bezeichnet man eine kleine Menge Insulin (Bolus) die vor dem Aufstehen verabreicht wird. Der Gupf soll einen Blutzuckeranstieg nach dem Aufstehen verhindern bzw.abfangen. Ein deutlicher Blutzuckeranstieg nach dem Aufstehen wird auch als Aufsteh-Phänomen bezeichnet, welches nicht mit dem Dawn Phänomen zu verwechseln ist!

Hormone sorgen für Blutzuckeranstieg

Grund für diesen rasanten Blutzuckeranstieg nach dem Aufstehen sind, wie auch beim Dawn Phänomen, die lieben Hormone. Nach dem Aufstehen schüttet unser Körper vermehrt verschiedene Hormone aus, die unseren Blutdruck nach dem Wechsel von der waagerechten Schlafposition in die Senkrechte stabilisieren sollen. Das hat zur Wirkung, dass die Empfindlichkeit auf Insulin vermindert wird. Und das kann sich blöderweise auch noch über Stunden auswirken und den Tag blutzuckermäßig so richtig schön vermiesen. Das bedeutet, das Aufsteh-Phänomen hängt von der Zeit des Aufstehens ab. Solange sich der Körper in der Waagerechten befindet, ist die Welt noch in Ordnung. Sobald man sich aber aus dem Bett aufrappelt, werden auch die Hormone wach. Das Aufsteh-Phänomen betrifft nicht jeden Diabetiker und kann auch unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Wie viel Insulin benötigt wird, um diesen Anstieg abzufangen, muss jeder für sich ausprobieren, bzw. zusammen mit dem Arzt oder Diabetes-Berater austüfteln. Am besten alles genau dokumentieren, beobachten und analysieren. Meist reicht schon eine sehr kleine Dosis aus, um den Tag etwas entspannter zu beginnen. Entscheidend ist, dass der Gupf nach dem Erwachen gegeben wird. Hat man erstmal den Gang zur Toilette angetreten, kann es, je nach Ausprägung, unter Umständen schon zu spät sein. Bevor man sich jedoch an die Arbeit macht herauszufinden, ob man nun wirklich einen Gupf braucht, sollte vorher auf jeden Fall ein Basalratentest durchgeführt werden, denn oft versteckt sich der Fehler schon in der Basis. Nur wenn die Basis stimmt, kann man gezielt seine Insulintherapie optimieren.

Ilka Gdanietz

Langzeit-Diabetikerin und Nutella-Freund. Ilka ist bei mySugr für Global Content & Customer Communication zuständig und privat unter www.mein-diabetes-blog.com zu lesen. 

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