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Alltag mit Diabetes

Diabetes - ein Freund, Feind oder böses Monster?

3.11.2014 von Ilka Gdanietz

Diabetes - ein Freund, Feind oder böses Monster?

Seit knapp 24 Jahren werde ich nun schon von meinem Diabetes-Monster begleitet, und ich habe sowohl gute, als auch weniger gute Zeiten mit ihm verbracht.

Seit knapp 24 Jahren werde ich nun schon von meinem Diabetes-Monster begleitet, und ich habe sowohl gute, als auch weniger gute Zeiten mit ihm verbracht.Und oft bin ich mir daher gar nicht so sicher, ob der Diabetes nun eigentlich mein Freund oder Feind ist. Erst durch die Arbeit im mySugr Team hat mein süßer Begleiter ein richtiges Gesicht bekommen, was allerdings meine Entscheidung ob Freund oder Feind nicht wirklich einfacher macht. Diabetes kann manchmal richtig gemein sein und die Therapie zu einer echten Challenge werden. Man macht alles richtig, genau wie einst in der Diabetes-Schulung gelernt, man hält sich an die Anweisungen des Arztes und trotzdem...der Blutzucker geht seinen eignen Weg. In solchen Situationen würde ich am liebsten mein gesamtes Diabetes-Zeugs packen und gegen die Wand schmettern. Ja, in solchen Momenten kann der Diabetes wirklich ein richtiges gruseliges Monster sein! Läuft mit meinem Zucker alles wunderbar, dann fühle ich mich super und das Diabetes-Monster im Logbook springt, lacht und macht Blödsinn. Spielt der Zucker mal wieder verrückt, bin ich oft mies gelaunt. Und so auch das Diabetes-Monster:
Irgendwie hat es sich eingespielt, dass die Emotionen die das Monster im Logbook zeigt, auch gleichzeitig meine eigenen geworden sind, und somit DAS Diabetes-Monster zu MEINEM Diabetes-Monster geworden ist. Mit dem Diabetes ist es im Prinzip wie mit einem Welpen. Zunächst macht er viel Unsinn, zerfleddert die Schuhe und pieselt auf den Teppich. Erst wenn man sich richtig kümmert, den kleinen Kerl pflegt und erzieht, wird er zahm und entwickelt sich zu einem Kumpel. Mit dem Diabetes-Monster ist es ähnlich. Lässt man es links liegen, macht es einfach was es will. Erst wenn man sich genügend kümmert, ihm die nötige Beachtung schenkt, kann sich daraus sogar eine Art Freundschaft entwickeln. Die einzige Monsterreaktion, die mir daher immer ein wenig Kopfzerbrechen bereitet ist die, wenn ich mein Tagesziel erreicht habe. Natürlich freue mich über meinen verdienten 50 Punkte und bin stolz, dass ich mich ordentlich um meinen Diabetes gekümmert und das Diabetes-Monster gezähmt habe. Aber hat es dann die Ketten wirklich verdient, oder sollte es sich mit mir freuen und mit einem Konfettiregen belohnt werden?
Das Monster ist definitiv zu MEINEM Monster geworden. Klar verfluche ich es manchmal, aber ist man nicht auch manchmal böse auf sein “Haustier” wenn es Unsinn macht? Mögen tue ich es trotzdem. Mit dem Diabetes-Monster ist es ähnlich. Schließlich bin ich zwangsläufig mit ihm verbunden, und das vermutlich für immer. Ein Grund mehr, ein Verhältnis auf freundschaftlicher Basis zu entwickeln, oder? Wir bei mySugr machen uns immer wieder Gedanken darüber, ob das Monster in der App ein wenig mehr Liebe benötigt, und wir zum Beispiel auf die Gefangenahme in Ketten verzichten, oder ob Monster halt Monster ist und sich dementsprechend verhält und behandelt werden soll. Welches Verhältnis pflegt ihr zu eurem Diabetes, wie würdet ihr euch das Monster wünschen? Kette oder eher Konfetti, Keule oder Kirschbonbon?

Ilka Gdanietz

Langzeit-Diabetikerin und Nutella-Freund. Ilka ist bei mySugr für Global Content & Customer Communication zuständig und privat unter www.mein-diabetes-blog.com zu lesen.