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Alltag mit Diabetes

Gesundheit als Menschenrecht? Zugang zu Insulin rund um den Globus

7.12.2018 von Julia Kral

Gesundheit als Menschenrecht? Zugang zu Insulin rund um den Globus

Geboren und aufgewachsen in Mitteleuropa, war medizinische Versorgung für mich immer eine gewisse Selbstverständlichkeit. Medikamente bekomme ich mit einem Rezept von meinem Arzt ganz einfach in der nächstgelegenen Apotheke. Und das ist gut so!

Meine Diabetologin verschreibt mir ausreichend viele Nadeln, Messstreifen oder Insulinampullen. Aber wie ist das eigentlich weltweit für andere Diabetiker? Im Endeffekt sollte doch jeder Mensch Zugang zu überlebenswichtiger Medizin, wie z.B. Insulin haben. Oder?

Insulin als Menschenrecht?

Auf der Suche nach Antworten bin ich auf Berichte gestoßen, die über das Diabetes Management von Menschen in ländlichen Regionen oder in Entwicklungsländern wie Indien erzählen. Mein Fazit: An vielen Orten dieser Welt, braucht es mehr denn je innovative und ökonomisch wertvolle Lösungen für Diabetiker. Und ja, es ist unser Recht, egal wo oder wann, medizinisch versorgt zu werden. So hat es zumindest auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgeschrieben und sieht die einzelnen Länder in der Verantwortung, den Bewohnern den höchstmöglichen Gesundheitsstandard zu bieten. Der Fokus in öffentlichen Gesundheitsdebatten liegt zum Großteil auf ansteckenden Krankheiten wie HIV/Aids oder Tuberkulose. Auffällig ist jedoch, dass laut einer Studie von Future Medicine Diabetes und andere nicht-ansteckende Krankheiten 15-mal weniger Spenden als Projekte zur Bekämpfung ansteckender Krankheiten erhalten. Das sollte sich natürlich ändern und Diabetes sollte mehr in den Mittelpunkt unserer globalen Gesundheitsagenda rücken.

Nationale und Internationale Hürden

Hürden auf nationalem Level sind oft an die auf internationalem Level gebunden. Viele Staaten erleben Kursschwankungen ihrer Währungen, welche wiederum den Einkaufspreis für Insulin in die Höhe treiben. Darauf folgen dann meistens noch finanzielle Nöte einzelner Personen oder Familien, welche sich Medizin oder/und den Weg zu medizinischen Versorgungsstellen nicht leisten können. Es kommt teilweise auch vor, dass ein Großteil der Insulinvorräte in Hauptstädten (z.B. Maputo in Mozambique) aufbewahrt und verkauft werden. Bewohner auf dem Land haben deshalb oft keine Chance sich wichtige Medikamente zu besorgen, was gravierende gesundheitlichen Folgen haben kann. Die International Diabetes Federation (IDF) gilt in dieser Hinsicht als einer der wichtigsten Organisationen für Diabetiker und deren Versorgung. Projekte sollen dabei beispielsweise ungenutztes Insulin aus wohlhabenden Regionen weltweit sammeln und anschließend an Diabetiker in ärmeren Ländern spenden

Was können wir tun?

Organisationen wie “Life for a Child” arbeiten an nachhaltigen Lösungen. Eines ihrer wichtigsten Ziele ist es, chronische Krankheiten mehr in das Bewusstsein von Regierungen zu rufen und mit ihnen Konzepte zu entwickeln. Politische Interessen und verstrickte Gesetzesgrundlagen, dürfen nicht im Weg der Umsetzung von Insulin als Menschenrecht stehen. Für mich ist es ein schockierender Gedanke, dass viele Menschen mit der gleichen Krankheit für ihre medizinische Versorgung kämpfen müssen. Insulin ist eben leider keine Selbstverständlichkeit. Und leider sterben nach wie vor viel zu viele Menschen mit Diabetes an den Folgen von unzureichender medizinischen Versorgung. “Kein Kind sollte an den Folgen von Diabetes sterben” ist der Leitsatz von “Life for a child” mit nur 5€ sichert man einem Kind mit Diabetes für einen Monat Insulin und Teststreifen. Also worauf noch warten?

Julia Kral

Julia ist seit 2018 Teil des mySugr Brand & Marketing Teams. Nach ihrem Bachelorabschluss in Health Care Management hat sie in den vergangenen 5 Jahren im Gesundheitswesen und der Diabetesindustrie gearbeitet. Sie lebt selbst mit Typ 1 Diabetes und engagiert sich dafür, das Leben mit Diabetes auch für andere besser zu machen. Auf unserem Blog sind einige Artikel von ihr zu lesen, unter anderem darüber, wie sie ihre Hypoangst überwindet.

In ihrer Freizeit findet man sie meist lesend, die Welt mit ihrem Rucksack bereisend oder bei einer der neuesten Kunstausstellungen in ihrer Heimatstadt Wien.