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Lieber frisch gekocht als Fertig-Fraß!

7.4.2015 von Ilka Gdanietz

Lieber frisch gekocht als Fertig-Fraß!

Wir Kinder der 60-iger, 70-iger und 80-iger Generation genossen noch das Privileg, täglich „frisch Gekochtes“ von Mutti oder Oma auf den Tisch gestellt zu bekommen. Wir hatten also einen entscheidenden Startvorteil gegenüber unseren Nachfolgern, die leider häufig mit Fertigkram aus Gläschen & Co aufwachsen müssen.

Wir erinnern uns sicherlich alle an den Skandal, als man der „Dafür steh’ ich mit meinem Namen“ Werbeikone dahinter kam, dass er seinen Kinderfrüchtetee mit 94% Zuckeranteil versetzte! Da kommt sogar meinem Monster das Schaudern!  Als man den Teeskandal aufdeckte, wurde das Produkt einfach aus den Läden verbannt… um es nur wenig später klammheimlich unter einem anderen Namen wieder zu verkaufen. Etwas dreist! Das dachte Foodwatch auch und verlieh hier auch den Windbeutel 2012. And the winner is….

Aus der Natur heißt nicht natürlich!

Der Kindernahrungshersteller steht hier stellvertretend für eine ziemlich unmoralische Fertiggerichtindustrie, denen es dank gewaltiger Werbe-Etats gelingt, uns Mehr- und Nährwerte vorzutäuschen, die nicht existent sind. Fertiggerichte bestehen nämlich primär aus Zucker, Fett oder Salz. Dazu noch angereichert mit Aromen, Farbstoffen, Verdickungsmitteln, Geschmacksverstärkern und Konservierungsmitteln. Eine gesunde Ernährung sieht anders aus. Der eigentliche Geschmack des jeweiligen Gerichts entsteht schon lange nicht mehr durch Zugabe echter Lebensmittel, sondern wird im Chemielabor herangezüchtet. Wer weiß schon, dass „natürliches” Erdbeeraroma gerne aus Sägespänen erzeugt wird. Ist viel billiger als echte Erdbeeren, hält länger und man darf es „natürliches Aroma“ nennen. Klingt absurd, ist aber so! Sägespäne kommen ja schließlich aus der Natur. Aber kaum ein Geschmack der Fertiggerichte entstammt aus der Natur – alles wird chemisch hergestellt. Es ist sozusagen die Emanzipation der Natur, entnaturisierte Nahrungsmittel, die mit all ihrer Zerstörungskraft auf unseren Organismus einwirken. Unser Stoffwechsel war auf so einen Angriff nicht vorbereitet und reagiert, wie er reagieren muss: Nahrungsunverträglichkeiten, diverse Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, sowie eine Explosion der Fettleibigkeit - weltweit.

Chemielabor im Supermarkt- nein Danke

Nicht nur, dass Fertiggerichte jede Menge künstlicher Bestandteile enhält und uns dazu mit einer unkontrollierbaren Menge an verstecktem Zucker und Fetten bombardieren, fast schlimmer noch ist die Tatsache, dass sie uns das Wesentlichste vorenthalten, was wir zum Überleben benötigen- die Nährstoffe! Nährstoffe sind das Beste, das uns ein natürliches Lebensmittel zu bieten hat – den Treibstoff, den wir zum Überleben benötigen und der uns gesund hält. Monsterpower für Monsterzähmer eben! Nährstoffe für eine gesunde Ernährung also unumgänglich. Viele Krankheiten und Todesfälle kann man heute auf einen Nährstoffmangel zurückführen. Skorbut zum Beispiel, eine eigentlich längst vergessene Erkrankung die auf einen starken Vitamin C Mangel zurück zu führen ist, wird plötzlich wieder aktuell. Wenn wir unserem Körper nicht diejenigen Nährstoffe zuführen, die er zur vollen Funktionsfähigkeit benötigt, dann werden wir mit höchstwahrscheinlich krank. Typ-2 Diabetes ist nur eine der Krankheiten, die letztlich auch auf eine Fehlernährung zurückzuführen sind.

Damals hieß es “frisch”, heute “bio”

Als wir noch Zwerge waren und gerade aus den Windeln draußen waren, konnten wir von Glück sagen, dass wir zumeist frisch bekocht worden sind. Wir bekamen echte Lebensmittel und führten dadurch unserem Körper diejenigen Nährstoffe zu, die für eine gesunde Ernährung und gesundes Aufwachsen notwendig waren. Dank unserer Eltern und einer Lebensmittelwirtschaft, die noch überwiegend regionale Wurzeln hatte. Frisches Gemüse vom Dorfmarkt, gekocht und vollgepackt mit Nährstoffen. Heute nennt man das „aus der Region“, oder „Bio“ – auch vom „Hausverstand“ ist die Rede. Früher einfach Selbstverständlichkeiten, heute Marketingslogans. Der Ausdruck Altersdiabetes entstammt aus einer Zeit, in der Diabetes Typ-2 bis zu 20 Jahre Vorlaufzeit hatte, bis das Monster gezähmt werden musste. 20 Jahre, die sich der Körper wehrte und die Bauchspeicheldrüse richtig ranklotzen musste. 20 Jahre, die wir uns vielleicht schon schlecht ernährt haben und uns zu wenig bewegten. Aber unsere Generation hatte zumindest die Chance, dem Diabetes zu entgehen, denn wir bekamen als Kinder noch richtiges frisches Essen. Unsere Kinder hingegen haben es heute viel schwerer, denn sie sind den Verlockungen der Lebensmittellobby hilflos ausgeliefert. Dort ein Schoko-Erdnuss-Riegel gegen die schlechte Laune, dort ein Zuckerbombe zum Wachbleiben. Die Zeiten sind schnelllebig geworden, oft arbeiten beide Elternteile, man hat weniger Zeit zum Kochen. Und die Werbung verspricht nunmal gesunde Lebensmittel, in Minuten frisch auf den Tisch gezaubert zu bekommen. Klingt prinzipiell gut? Es ist höchste Zeit für einen Relaunch der Bezeichnung Altersdiabetes – mein Vorschlag wäre wohl eher Lifestyle-Diabetes - und es dauert auch nicht mehr 20 Jahre, bis das Monster zum Vorschein kommt. Dank Lebensmittelindustrie und Verbraucherverhalten wird der Zeitraum immer kürzer, und die Verbreitung von Diabetes Typ-2 unter Kindern und Jugendlichen immer häufiger. Ich hatte ja bereits drüber geschrieben. Das Monster kennt keine Altersgrenze! Mahlzeit! Im einer der nächsten Blogartikel werde ich praktische Kochtipps geben und darüber schreiben, wie man den Fallen der Lebensmittelkonzerne entkommen kann. Rezepte inklusive, bleibt dran!

Ilka Gdanietz

Langzeit-Diabetikerin und Nutella-Freund. Ilka ist bei mySugr für Global Content & Customer Communication zuständig und privat unter www.mein-diabetes-blog.com zu lesen.